blog-post-img-32261

Monatsspruch August 2016

Unser letztes Gemeindeseminar behandelte u.a. das Thema „Der Bau der Gemeinde Jesu Christi aus den Juden und den anderen Nationen“. Und mir ist wieder einmal deutlich geworden: Wer sich mit Gottes Heilsplänen beschäftigt, begegnet lauter Wundern. Das größte aller Wunder ist und bleibt, dass der allmächtige Gott überhaupt ein Interesse daran hat, Menschen an Leib, Seele und Geist wohlzutun, obwohl sie aus sich heraus in keiner Weise an ihm interessiert sind. Aber auch die Anschlusswunder, wie Gott seine Pläne verwirklicht, lassen mich staunen. Am erstaunlichsten ist Gottes Plan mit seinem Auserwählungsvolk Israel. Im Laufe der Kirchengeschichte sind schon viele Menschen, auch Christen, über diesen Plan gestolpert und konnten ihn nicht verstehen. Aber auch das jüdische Volk hat ihn bis heute nicht verstanden, von Ausnahmen abgesehen. Im Buch des Propheten Daniel heißt es im Vers 11,32: Das Volk aber, das seinen Gott kennt, wird sich stark erweisen und entsprechend handeln. Jesus erwartet von uns, dass wir die Zeichen der Zeit verstehen (Mt. 16,3), damit wir angemessen reagieren und entsprechend handeln können. 

Die Juden als Gottesvolk des alten Bundes und die Gemeinde als Leib Christi auf Erden hängen aufs Engste zusammen. Die Juden sind der Kirche den Weg mit Gott vorausgegangen. Ihnen vertraute Gott seine Gedanken an, indem Er sich ihnen in seinem Wort offenbarte. Israel brachte Jesus, den Erlöser der Welt, hervor und von Israel gingen die ersten Verkündiger aus, die das Evangelium in die ganze, damals bekannte Welt trugen. Ohne die Juden gäbe es keine Gemeinde. Es gäbe weder das Evangelium, das die Gemeinde begründet, noch Gläubige aus den Nationen, die heute den Großteil der weltweiten Gemeinde darstellen. Joh. 4,22 sagt dies kurz und bündig: Das Heil ist aus den Juden. Dasselbe sagt das Gleichnis vom Ölbaum und den Zweigen im Römerbrief: Das Heil kommt aus dem Volk der Juden, doch die Menschen aus den anderen Nationen können uneingeschränkt daran teilhaben, indem sie in diesen Ölbaum eingepfropft werden. 

Weil das Volk der Juden das Evangelium mehrheitlich abgelehnt hat, muss(te) es daher lange Ge richts- und Wartezeiten durchleben und durchleiden. Aber diese Zeiten sollen das Volk nicht zerstören, sondern läutern. Um Gottes Zusagen willen, die er den Erzvätern Israels gegeben hat, hält er ihren Nachkommen die Treue. Gott kommt mit Israel zum Ziel. 

Auch kommen in heutiger Zeit immer wieder Juden zum Glauben an Jesus und werden Glieder SEINES Leibes. Die Gemeinde geht nun Israel voraus, bringt das Evangelium in alle Welt und reizt die Juden zur Eifersucht, so dass diese sich doch noch bekehren (Rö 11, 13-16). 

Gott kommt auch mit der Gemeinde ans Ziel, denn Jesus sagt: Und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen (Mt 16, 18). Aber diese Zeit ist auch eine Bewährungszeit für die Christen. Paulus sagt: Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts (Eph 5,9). 

Juden und Christen dienen also einander. Gott sammelt sich aus Juden und Heiden SEIN Volk, das ihm einst im Himmel dienen wird, eine Herde mit einem Hirten! (Joh. 10,16) Diese Einheit der einen Herde soll bereits im Hier und Jetzt entstehen. Es gibt verschiedene Zeiten, wo Gott sich über den einen oder den anderen erbarmt. Am Ende jedoch hat sich Gottes Erbarmen bei beiden vollendet. Sie können nicht auf ihre eigene Gerechtigkeit verweisen, alleine die Barmherzigkeit Gottes bleibt übrig. Darum: Macht euch bereit für das Kommen des Herrn. 

Britta Kaiser

Keine Kommentare