Gott spricht: Ich will dem Dürstenden geben aus der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Offenbarung 21, 6

Liebe Geschwister! Liebe Freunde!

Das Reformationsjahr liegt hinter uns. Was ist geblieben, fragt man sich. Der Volksmund hat darauf eine saloppe Antwort: Außer Spesen nichts gewesen. Haben wir aber tatsächlich nach gewohnter Sitte alles hinter uns gelassen und schreiten zur Tagesordnung über oder bleibt nicht ein Durst, ein Fragen und
Sehnen im Inneren, in der Seele, die ruft: Da MUSS doch noch MEHR sein! Das kann doch noch nicht alles gewesen sein von dem großen Aufbruch der Reformation, die die Welt nachhaltig erschüttert und verändert hat!
Der große und barmherzige Gott, der immer wieder souverän in den Lauf der Geschichte eingreift und sichtbar seine Spuren hinterlässt (dafür ist die Reformation ja ein nachhaltiges Zeugnis), gibt selbst durch das Wort des Apostels Johannes in dem Buch der Offenbarung, das gern als das Buch mit den sieben Siegeln bezeichnet wird, die Antwort. Gott spricht: ICH WILL GEBEN!!! Dieses Wort ist eine Selbstverpflichtung Gottes und wird zum Schlüssel, der uns das Vaterherz Gottes erschließt. Nach all den verheerenden Gerichten und Geschehnissen, die uns in den Kapiteln der Offenbarung geschildert
werden, kommt nun ein abschließendes Wort Gottes direkt an die Gemeinde, SEINE Gemeinde. Dieses Wort lässt uns einen Blick in das Vaterherz Gottes werfen und ist eingebettet in die Offenbarung des Neuen Jerusalems, die Stadt, die aus dem Himmel herabkommt als eine geschmückte Braut. Johannes
sieht das Ziel Gottes mit der Gemeinde: Ich will unter ihnen wohnen und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein (Off. 21, 2). Dass seine Gemeinde das erfährt ist Gott so wichtig, dass er Johannes anweist: Versiegele nicht die Worte der Weissagung dieses Buches, denn die Zeit ist nahe (Off.
22, 10).
Doch nun zu den tiefen Absichten der Güte und des Erbarmens Gottes, die in der Jahreslosung offenbar werden. Die ganze Geschichte mit der gefallenen und verlorenen Menschheit ist seit Adam und Eva von der Absicht Gottes geleitet, ja getrieben: Ich will Erlösung schaffen. Der gefallene Mensch ist nicht in
der Lage, sich selbst den verlorenen Weg zu Gott zu bahnen und damit zur Quelle des wahren Lebens zu gelangen. Ich will GEBEN heißt: Ich will das Unmögliche schaffen.
Wem wird das Angebot unterbreitet? Dem Dürstenden. Wer ist dieser Dürstende? Das neue Leben mit Jesus und durch Jesus, kann NUR beginnen mit einer bedingungslosen Kapitulation meinerseits. Bin ich an diesem Punkt angekommen, dass ich weiß, nichts anderes kann mir mehr helfen, dann bin ich, ist meine Seele, bereit für IHN. Und ich werde erfahren, dass sich über mein Leben die überströmende Gnade Gottes ergießt.
Das Geben drückt auch die Gabe aus: Aus der Quelle lebendigen Wassers. Jesus sagt in seinen Abschiedsreden, dass viele kommen und sich als Messiasse ausgeben werden. „Lauft ihnen nicht nach! 
Diese Menschen haben nur LEERE (tote) Worte.“ NUR Jesus, von dem Petrus sagt, er habe Worte des ewigen Lebens, ist die Quelle des Wassers, das unsere Seelen vollkommen und ganz überfließend beschenken kann mit dem Wasser, das unserer ganzen Existenz Erlösung und dadurch Geborgenheit
und Freiheit schenken kann.
Umsonst: Es ist alles DURCH Christus für unsere Erlösung und Errettung am Kreuz von Golgatha bezahlt worden (Gnade). Der Mensch kann nichts, aber auch gar nichts zu seiner Erlösung beitragen außer seiner Bereitschaft, erlöst werden zu wollen. Er hat nichts, was der Gerechtigkeit Gottes genügen
würde, um vor IHM bestehen zu können. Und somit offenbart sich in diesem Vers die ganze reformatorische Botschaft eines Martin Luther und wir erkennen, dass dieses Jubeljahr der Reformation nicht zu Ende ist, sondern sich seit 2000 Jahren ereignet. Das Fundament, das Martin Luther in den
Aussagen der Reformation formuliert hat, lautet: Allein das Wort (Bibel)! Allein die Gnade! Allein der Glaube! Allein durch Jesus Christus! Dies spiegelt sich in der Jahreslosung wieder und will in unser Leben durchbrechen.
Er, der große Hirte Jesus Christus, führt mich zum frischen Wasser. Dies ist die tägliche praktische Anwendung dessen, was Gott in seinem Wort für das neue Jahr unserer durstigen Seele verheißt und anbietet (nach Psalm 23, 2).

Ich wünsche Dir, dass du das in dem neuen Jahr wieder und wieder für dich ergreifen mögest, das frische Wasser, das immer wieder neu geschöpft werden muss.
Armin Mundt.