Es ist das Wort ganz nahe bei Dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust. 5. Mose, 30,14

Der Prophet Mose rief am Ende seines Lebens den Israeliten noch einmal Gottes Worte in Erinnerung. Das Wichtigste davon steht in den Zehn Geboten. Sie waren auf Steintafeln eingemeißelt und befanden sich in einem Kasten im heiligen Zelt mitten im Volk Israel. Mose hatte es dem Volk immer wieder eingeschärft und sie hatten es verinnerlicht, und so war es im wahrsten Sinne des Wortes naheliegend, Gottes Wort zu tun und dadurch Leben zu empfangen.

An diesem Punkt hätte die Bibel mit einem „Happy-End“ aufhören können. Das Volk hätte das gelobte Land einnehmen und unter dem Segen Gottes leben können. Doch leider endet die Bibel nicht an diesem Punkt. Es folgt Buch um Buch die Geschichte eines Volkes, das von Götzendienst, Ungerechtigkeit und Korruption nicht lassen konnte. Es ist die Geschichte der ganzen Mensch- heit, der es nicht gelingt, Gottes Wort zu beherzi- gen, der Sünde standzuhalten und sich den Segen Gottes auf der Grundlage des Gesetzes zu sichern. Gott könnte uns seinen Willen jeden Morgen neu auf den Arm tätowieren. Wir würden an seinem Wort genauso scheitern wie an der Einsicht, dass wir gesünder essen, sportlicher leben, leidenschaftlicher glauben und liebevoller mit Anderen umgehen sollen. Es ist zwar schön und gut, wenn wir uns bemühen und Fortschritte erzielen, aber Sündlosigkeit liegt leider nicht in unserem Wesen.

Gott sei Dank! ER hat sein Herz nicht vor unserem Scheitern und unserer Verlorenheit verschlossen. Gott gab im AT das Gesetz, um seinen Willen klarzumachen. Somit konnte das Volk Israel erkennen, was gut und böse ist. Sie wollten durch das Gesetz vor Gott gerecht werden, doch wie bereits gesagt, müssen Menschen aller Zeit erkennen, dass das Gesetz vor Gott nicht gerecht machen kann. Im Gegenteil! Es spricht uns schuldig, weil wir es nicht erfüllen, und es hat nicht die Kraft, die schlechten Absichten und Neigungen in uns zu dämpfen und unseren Willen und unser Denken gut zu machen. Und so bringt das Einhalten von Geboten aus eigener Kraft uns nicht in den Segen Gottes. Das kann nur JESUS. In IHM wurde das Wort Fleisch (Joh 1,14) und musste für unsere Schuld sterben. Es war die einzige Chance, um die menschliche Geschichte des ewigen Scheiterns zu durchbrechen. Im Römerbrief 10, 8 hat Paulus die Aussage von Mose zitiert: Das Wort ist dir nahe, in deinem Munde und in deinem Herzen.

Christus tat, was für ihn nicht naheliegend war. Er verließ die Herrlichkeit des Vaters, nahm Menschengestalt an, lebte in der Welt, litt unter seinen Feinden, starb für die Schuld der Menschen, erfüllte das ganze Gesetz und wurde deshalb von Gott von den Toten auferweckt. Aber gerade so ist ER uns nahegekommen. Wer an Jesus glaubt, für den ist das Wort nicht fern im Himmel, sondern durch Christus und den Heiligen Geist nah und vertraut in Herz und Mund.

Das Gesetz konnte nicht zur Vollendung führen. Trotzdem ist es gut, wenn man es recht gebraucht. (1. Tim. 1,8) Durch den Glauben bekommen wir Lust, Gott zu gefallen. Wir tun das Gute nicht, weil das Gesetz uns zwingt, sondern aus Dankbarkeit für unsere Rettung und aus Liebe zu Gott und seinem Willen. Das bewirkt Jesus, nicht das Gesetz; ER verändert unsere Gesinnung. Das Gebot motiviert und korrigiert mich, bedroht mich aber nicht mehr. Es lässt mich immer deutlicher die eigene Schwäche erkennen und die Abhängigkeit von Gott spüren. Der Heilige Geist und die Bibel möchten uns persönlich anleiten. Ein großes Geschenk! Es gilt, sich Gott auszusetzen und dafür Zeit zu reservieren, denn Gott schenkt uns ja allen viel Zeit: jeden Tag 24 Stunden, jedes Jahr 365 Tage. Dann werden wir aus dieser Kraft in enger Verbindung mit IHM leben und handeln.

Britta Kaiser