Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe!
Pflügt ein Neues, solange es Zeit ist, das Haus zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt.
(Hosea 10,12)

Gott hat in seiner großen Weisheit den ganzen Himmel und die Erde mit allen Ordnungen geschaffen. So fragt Gott Hiob: Hast du, solange du lebst, jemals den Sonnenaufgang angeordnet und dem Morgenrot seinen Platz angewiesen? (Hiob 38,12)

Hiob hat an Gottes Gerechtigkeit gezweifelt und fing an, mit Gott zu rechten. Das Wunderbare ist, dass Gott in dieser Situation Hiob nicht folgendermaßen zurechtweist: Wo ist dein Glaube? Oder: Du hast versagt. Gott nimmt sich Hiob an, indem er ihm seine Schöpfung beschreibt. Gott zeigt Hiob seine Herrlichkeit, Kraft und Größe. Er möchte ihm darlegen, welche Weisheit seine Ordnungen, die wir auf dieser Welt z.B. in der Natur wiederfinden, haben.

Das Säen und Ernten. Eine von Gott bestimmte Ordnung! Wenn man Kartoffeln pflanzt, so weiß man, zur Ernte im Herbst werden Kartoffeln und nicht Erdbeeren geerntet. So ist auch Gottes Aufforderung an uns: Säen wir Gerechtigkeit, werden, wir Liebe ernten. Säen wir Hass, werden wir Hass ernten. In diesem Beispiel zeigt uns Gott, dass es so wichtig ist, was wir von uns weitergeben in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie sind genauso lebensnotwendig bzw. wichtig wie Säen und Ernte. Bin ich im Alltag unfreundlich und schlecht gelaunt zu meinem Mitmenschen, z.B. zu meinen Kindern, dann werden sie mir diese Unfreundlichkeit erwidern.

In dem zweiten Teil des Verses bekommen wir sogar die Aufforderung: Pflügt ein Neues. Gott möchte, dass wir verkehrte Wege verlassen und IHN, den Herrn, suchen. Gott trägt uns und hält uns in seiner Liebe. Doch sind wir dazu aufgefordert, unser Denken und Handeln zu überdenken. Wir sind dazu aufgefordert, nicht Gott gewollte Wege zu verlassen. Nicht indem wir selber andere Wege und Möglichkeiten suchen, sondern auf IHN schauen. Hiob hat in seiner Verzweiflung immer noch Gott gesucht. Egal ob wir mit Gott schachern wie Abraham wegen Lot, vor Gott weinen wie Hiskia, als er krank war, oder mit Gott kämpfen wie Jakob, solange wir IHN suchen, wird er uns Antwort geben. Unser himmlischer Vater wird uns führen und leiten.

Der letzte Teil des Verses sagt aus, dass Gott eines Tages in Gerechtigkeit kommen wird und diese Gerechtigkeit über uns regnen lassen wird. Was für eine Verheißung. Diese Gerechtigkeit, die wir vielleicht oft so mühevoll gesät und geerntet haben, wird dann über uns regnen und uns komplett durchdringen. Ich glaube, jeder ist schon einmal vom Regen nass geworden und war völlig durchnässt. Gerade in den letzten Wochen haben wir bemerkt, Regen können wir nicht machen. Der Regen kommt von Gott. Diese Verheißung gibt uns Gott: Wenn wir Gerechtigkeit säen, werden wir den Lohn dafür bekommen bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus.

Am meisten berührt mich, dass Gott uns niemals Dinge mit ganz abstrakten Mitteln zu erklären versucht. Er zeigt uns die wichtigen Dinge des Lebens an ganz alltäglichen Beispielen. Daran dürfen wir wachsen und IHN mehr und mehr erkennen

Melanie Ajvazi