Suche Frieden und jage ihm nach. Psalm 34, 15

Liebe Geschwister, liebe Freunde,

jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel (dem Erfinder des Dynamits), wird in Oslo der Friedensnobelpreis verliehen. Alfred Nobel, der Stifter dieses Preises hat in seinem Testament verfügt, dass derjenige den Preis bekommt, „der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ hat.

Diesen Preis bekommt also eine Person oder Organisation, die sich um den Frieden in der Welt bemüht und verdient gemacht hat. Mit dieser Verleihung wird ausgedrückt und anerkannt, welch ein großes Gut der Friede für die gesamte Menschheit bedeutet.

Wir beobachten nun in der aktuellen Entwicklung in Politik und Gesellschaft, wie die ehrlichen Bemühungen, Frieden zu schaffen durch Friedensverträge zwischen den Völkern und den Menschen oft nur von kurzer Dauer sind und letztlich zum Scheitern verurteilt sind. Die Tinte auf den Verträgen ist noch nicht trocken und es wird schon wieder weitergekämpft. Das Elend der Menschen hat kein Ende und nimmt immer mehr zu.

Selbst Alfred Nobel spürte trotz seiner guten Absichten diese Diskrepanz. Er suchte mit seinen menschlichen Bemühungen einen Ausweg aus der vermeintlichen Sackgasse. Er verließ sich auf die Vernunft des Menschen und ist doch letzten Endes an dem Versuch, mit menschlichen Mitteln und Möglichkeiten den Frieden zu schaffen und zu bewahren, gescheitert.

Ist das Wort aus dem Psalm also nur eine Illusion, ein frommer Wunsch für einige wenige Träumer und Friedensaktivisten? Oder steht dahinter ein reales Ziel, für das es sich lohnt, sein Leben einzusetzen?

Dieser Psalm wurde von David geschrieben. Sein Leben war alles andere als friedfertig. David war ein Kriegsmann. Der Kampf war ihm am Anfang seiner Berufung in „die Wiege gelegt“. Und dennoch war eine tiefe Sehnsucht in seiner Seele, die Sehnsucht nach dem Schalom Gottes. Dem Friede Gottes. Gerade in seinen Psalmen kommt dieser tiefe Wunsch zum Ausdruck. Immer wieder bittet er Gott darin um diesen Frieden, und er ließ keine Gelegenheit aus, ihn zu suchen und ihm nachzujagen.
Gott gab ihm die Verheißung, dass aus seiner Nachkommenschaft der Friedefürst (Messias) kommen würde, der diesen göttlichen Frieden für sein Volk und für die ganze Menschheit bringen und verwirklichen würde (1. Samuel 7, 12-13).

Diese wunderbare Verheißung ist nun in Jesus Christus (dem Gesalbten, dem Messias) in Erfüllung gegangen. Seinen Dienst begann Jesus mit der Proklamation der Bergpredigt. Sie wurde mit den Seligpreisungen eröffnet. Die 7. Seligpreisung (Mt 5, 9) lautet:
Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen!!!

Damit nimmt Jesus seine Jünger, also seine Nachfolger, mit auf diesem verheißungsvollen (Friedens) Weg und adelt sie mit einer wunderbaren Berufung zu Söhnen Gottes, Friedensboten, Söhne des großen Friedenskönigs. Was Gott David zugesagt hat, wird durch Jesus für alle Menschen zum (er)greifen nahe gebracht.

Aber der Friede beginnt immer mit der PERSÖNLICHEN Erfahrung des Friedens. Es ist der Herzensfriede. Auch hier wird schon im AT die Verheißung ausgesprochen:
Ich werde euch ein neues Herz geben und werde einen neuen Geist in ihr Innerstes geben (Hesekiel 11, 19).

Die Umsetzung dieses Herzensfriedens erfahren wir nur durch die Annahme der Erlösungstat, die Jesus für DICH und MICH, für die GANZE Menschheit auf Golgatha vollbracht hat (Joh. 3, 16).
Nun lautet der Auftrag für die Nachfolger Jesu, diesen Frieden auszuleben, weiterzutragen in eine Welt, die sich in Krieg und Zerstörung selbst den Untergang schafft.

Franz von Assisi drückt diesen Auftrag in seinem Friedensgebet treffend aus:

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe übe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Im weiteren Verlauf erfährt dieser Auftrag zum Friedensstifter nun eine ganz praktische Fortsetzung in der Berufung zum Friedensbewahrer. Dadurch wird der Herzensfriede, den Jesus schenkt, nicht zu einem nur punktuellen Erlebnis oder Erfahrung, sondern in den Jüngern Jesu zu einem NEUEN Lebensstil. Wir sollen zu Kanälen Gottes werden, durch die ER seinen Frieden (Schalom Gottes) dann in den Alltag der Menschen bringt und den Frieden damit in der Welt sichtbar und real verwirklichen kann.

Ich wünsche dir für diesen Auftrag Gottes Segen und ein gesegnetes Jahr 2019.

Armin Mundt.