Ich glaube, hilf meinem Unglauben. Markus 9, 24

Liebe Geschwister,

liebe Freunde!

Am Anfang dieses neuen Jahres steht wieder die bange Frage im Raum, was kommt auf uns zu, und speziell, was kommt auch auf mich zu. Denn wenn die Umstände sich verändern, dann ist auch mein Leben davon betroffen. Keiner lebt in unserer heutigen Zeit mehr auf einer „Insel der Seligen“. Alles ist miteinander verknüpft. Im Angesicht der offenen Fragen und Probleme, die unsere Welt bewegen, möchten wir doch Antworten haben, um in diesen unsicheren Zeiten wieder zur Ruhe und zur viel geliebten „deutschen Sicherheit“ zu kommen. Wer also in diesen unsicheren  Zeiten schnelle Antworten geben kann, dem schenkt man Aufmerksamkeit und dem „läuft die Masse nach“.

In unserem Bibeltext macht sich ein Vater mit seinem kranken, besessenen Sohn auf, um bei Jesus nicht nur Antwort und Trost zu finden, sondern er erwartet konkrete Hilfe. Das heißt,  Heilung und Befreiung durch Jesus. Dies erwartet er zunächst einmal NUR für seinen Sohn.

Der Vater hat sicherlich die Kunde von Jesus und den außergewöhnlichen Wundern, die durch ihn geschahen, gehört. Dieser Mann aus Nazareth ist in der Lage auch mit solch schlimmen und schier unlösbaren Problemen fertig zu werden, an denen bisher alle anderen gescheitert sind und sich die „Zähne ausgebissen“ haben.

Erwartungsvoll kommt der Vater also bei den Jüngern an und muss feststellen, dass Jesus nicht da ist. Aber dafür sind neun Jünger da, die sich mit solchen Problemen und Notlagen ja bestens auskennen. Denn Jesus hatte sie ja schon in Markus 6, 7 – 13 ausgesandt und ihnen Vollmacht über die unreinen Geister gegeben, und sie hatten es dann praktisch erfahren, dass viele Dämonen ausfuhren (Vers 13).

Ich stelle mir vor, dass die Jünger  nun beherzt und in der vollen Überzeugung „WIR schaffen das!“, die Situation anpackten und sich „mächtig ins Zeug“ legten. Das Ergebnis war nicht nur mager, sondern es war gleich Null. Die Jünger scheiterten mit ihren Bemühungen und wurden sehr schnell in die Realität zurückgeholt. Den Frust des Vaters über das „Ergebnis“ nimmt man wahr, als Jesus kam. Es platzt regelrecht aus ihm heraus: „Ich brachte meinen Sohn zu DIR, aber deine Jünger konnten ihn nicht heilen!“ Nun wäre es doch ein Leichtes für Jesus gewesen, umgehend und sofort diesen Dämon auszutreiben, um damit die ganze Spannung und Dramatik, die in der Situation zum Greifen nahe ist, herauszunehmen. Aber NEIN, er wendet sich zuerst einmal dem Vater zu. Im Verlauf des sich entwickelnden, dramatischen Gesprächs zwischen Jesus und dem Vater kommen zunächst einmal der ganze Frust und die ganze SEELENNOT des Vaters zum Ausdruck und ans Licht. Immer mehr bekommt man den Eindruck, nicht nur der Sohn braucht dringend Hilfe. Auch der Vater ist durch die vielen Jahre der Krankheit des Sohnes in ein Loch der Verzweiflung geraten. Sein Herz (Seele) ist in einem Gefängnis der Verbitterung und des Unglaubens über die Umstände gefangen. Es scheint so, dass hier die Mächte der Finsternis ganze Arbeit geleistet haben. Eine ganze Familie ist ein Spielball und Opfer der Macht der Finsternis geworden und durch diese Umstände in eine geistliche Gefangenschaft geraten.

Aber unserem HERRN sind auch die tiefen Abgründe des Herzens nicht verborgen. Seine Hilfe, Heilung und Befreiung gilt dem ganzen Menschen und der ganzen Familie. Wir würden es heute so ausdrücken, sie ist ganzheitlich.

Wo liegt denn nun der Schlüssel zur Hilfe, der diese ganze Situation zu einem glücklichen Ende führt? Es ist der Glaube. Glaube ist Herzenssache. Wir können Glauben auch mit Vertrauen übersetzen. Somit braucht das „kranke“ Herz des Vaters erst einmal Heilung. Das hatte Jesus von Anfang an vor Augen, das wusste ER. Wie geht Jesus nun vor, wie handelt er? Er bezieht den Vater mit in den Prozess der Heilung ein. Denn Glaube (Vertrauen) richtet sich immer an eine Person. Wir finden die Auflösung, wenn wir den Text wie folgt lesen: Ich vertraue dir, Jesus. Hilf mir, aus meinem Unglauben herauszukommen und dir mehr und mehr zu vertrauen.

Der Vater wirft sich also nun mit seinem noch zweifelnden Herzen ganz in die Arme und Abhängigkeit Jesu. So erfährt er, dass ihm eine zentnerschwere Last, die ihn bisher zermürbt hat, abgenommen wird, und JESUS, der Fürst des Lebens, sich nicht nur der Situation annimmt, sondern auch der Macht der Finsternis eine große Niederlage beibringt und sie in die Schranken verweist.

Dieses Ereignis ist auch ein Vorwegnehmen des Sieges Jesu auf Golgatha. Dieser Sieg kostete einen hohen Preis: den Tod Jesu. ER gab sein Leben als ein Opfer (Opfergabe), als Lösegeld für uns dahin. Es ist vollbracht, das war sein Siegesruf als er sein Leben für dich und mich gab.

Jesus will uns auch in diesem Jahr, in den Situationen begleiten, in denen wir und befinden und die noch auf uns zukommen werden. So ist Glaube keine Anstrengung oder geistlicher Klimmzug sondern Einladung, sich in allen Situationen vertrauensvoll in die Arme Jesus zu werfen.

Ich wünsche dir Gottes Segen für das Jahr 2020:
Der HERR segne dich und behüte dich;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden (4Mo 6, 24-26).

Armin Mundt.