Jesus Christus spricht:

Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Mt 28,20 

Die Leidenstage, die Kreuzigung und die Auferstehung Jesu in Jerusalem waren vorüber und eine letzte Begegnung der bekümmerten und verwirrten Jünger mit Jesus  stand bevor und zwar in Galiläa. Dorthin hatte er  seine Jünger bei dem letzten Abendmahl bestellt. Jetzt ist es soweit. Die elf Jünger sind um ihn versammelt. Das erste, was geschah, als er wieder lebend vor ihnen stand, war, dass sie anbetend vor ihm niederfallen. Denn Jesus war durch die Auferstehung in einen Stand der Macht getreten. Der Herr war jetzt nicht mehr der irdische, sondern der EWIGE, der den Sieg errungen und das Erlösungswerk vollbracht hatte. Und jetzt spricht er laut und machtvoll das Wort: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. Und obwohl der Weltenherrscher mittendrin ist im Weltgeschehen, ist seine Macht vor der Welt verborgen und führt gegen alle Hindernisse Gottes Gedanken und Pläne zum Ziel. Aber das realisiert nur der Glaubende. Nur er nimmt die Gegen- wart des Herrn und seine Macht wahr und dankbar an.

Diesem Allmachtswort Jesu folgt der Befehl: Gehet hin, machet alle Völker zu Jüngern, taufet sie und lehret sie.

Und dann folgt die wunderbare Verheißung: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung der Zeit. Natürlich ist der Herr Jesus nicht körperlich anwesend, aber innerlich, unsichtbar. Durch die Kraft des Geistes Gottes, der seit Pfingsten in den Gläubigen wohnt, ist der Herr Jesus tatsächlich immer bei uns. Zu jeder Zeit und an jedem Ort. Und ER weiß, wie sehr wir das brauchen, die Gewissheit nicht allein zu sein, die Gewissheit, dass wenigstens Jesus Christus eine ewige Konstante bleibt. Denn wir spüren es eigentlich überall um uns herum: Die Dinge verändern sich alle. Es entgleitet uns so viel. Wir leben schon lange in einer rasanten Zeit. Und es scheint, dass auf kaum etwas Verlass ist. Die Menschen sind verunsichert und Unsicherheit macht Angst. Es scheint mir manchmal, dass wir kaum noch Zeit haben, menschliche Beziehungen zu pflegen, weil der Mensch so verplant ist. Viele Menschen wirken abgehetzt und unruhig. Und ich fürchte, ich bin auch so.

Ich denke, dass wir Christen ein besonderes Privileg genießen, weil unter dem gemeinsamen Hören des Wortes Gottes im Gottesdienst eine tragende Gemeinschaft wächst. Und weil der am Schluss empfangene Segen und das gemeinsame Gebet uns auf tiefe Weise verbinden, nämlich über Gott von dem einen zum an- deren. Trotzdem bin ich nach dem Gottesdienst manch- mal irgendwie rastlos. Ich will anderen etwas sagen, ich werde gefragt, mancher wartet auf mich. Und dann wird mir manchmal die Einsamkeit des ICH, also des einzelnen Menschen, mitten in der Gemeinschaft bewusst. Ich merke unsichtbare Grenzen und mir wird klar: Wir Menschen haben es schwer, uns dem Nächsten in rechter Weise zuzuwenden.

Jesus Christus ist da ganz anders. Er ist absolut zuverlässig. Er wird nicht hektisch und nervös, wenn ich ihn anspreche. Er winkt nicht schon den nächsten Gesprächspartner heran, kaum dass ich mein Anliegen genannt habe. Er erinnert sich an alles in meinem Leben und sagt: Ich bin bei dir; ich höre dir zu; ich gebe dir Kraft; ich sorge für dich. Ich kann ihm alles anvertrauen, wenn ich innerlich müde und beladen bin, mich ungerecht behandelt oder zu kurz gekommen fühle. Warum? Weil Jesus alle Schuld und alle Schmerzen ans Kreuz getragen hat. Und dort kann ich täglich abladen und loslassen. Er hilft mir in meiner Unruhe und meinen Nöten, wie es sonst nichts und niemand kann. Keiner ist wie Er!

Auch als Gemeinde können wir aufatmen, weil wir wissen: Wir sind nicht allein und sollen uns nicht fürchten, wenn wir seinen Auftrag erfüllen. Wenn wir Menschen von seinem Tod und seiner Auferstehung erzählen, können wir mit seiner Gegenwart und Hilfe  rechnen, auch wenn es schwierig wird oder wir auf einen unruhigen Schauplatz geschickt werden. Jesus selbst wird uns begleiten, stärken und korrigieren. Bis wir am Ziel unseres Lebens angelangt sind, in Gottes neuer Welt.

Gott segne dich mit dieser Zuversicht und Hoffnung –Tag für Tag. Du und ich, wir brauchen das! Dringend!

Britta Kaiser