„Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte.“ 1. Kor. 7, 23

Manchmal könnte man meinen, dass sich die Bibel in ihren unterschiedlichen Texten widerspricht. Zum Beispiel heißt es im 21. Kapitel der Offenbarung im 6. Vers: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

In der Monatslosung für Februar lesen wir im Gegensatz dazu: Ihr seid teuer erkauft.

Umsonst und doch teuer! Dass Gott sich über uns erbarmt und den Durst unserer Seele stillt, das hat Ihn viel gekostet, Er hat sein Liebstes für uns hingegeben, seinen Sohn Jesus Christus! Das sollten wir beachten, wenn wir uns darüber freuen, dass wir bei Gott alles kostenlos und umsonst bekommen!

Im Römerbrief Kapitel 5 Vers 12 erklärt der Apostel Paulus, dass seit Adams Ungehorsam die Sünde als Macht über alle Menschen herrscht, weil sie alle gesündigt haben. Das Herz und das Denken des Menschen sind kaputt. Das betrifft alle Traditionen, Religionen und Kulturen. Wir Menschen sind machtlos gegen die Impulse, die von unserer sündigen Natur ausgehen, und wir können uns nicht aus eigener Kraft befreien. Es gibt nur einen Ausweg aus dieser Sklaverei. Jemand muss uns freikaufen. Anschaulich ist hier der Vergleich mit dem antiken Sklavenhandel. Ein Sklave wurde aus der Gewalt seines Besitzers für hohes Lösegeld losgekauft, um für den neuen Herrn zu leben.

Der Loskauf aber, den die versklavte Menschheit nötig hatte, ist unvergleichlich viel schwerwiegender. Silber und Gold, auf Erden die höchsten Zahlungsmittel, sind zu gering, um frei zu werden von Sünde und Schuld und Vergebung und ein neues Leben zu empfangen. Den Preis für unseren Loskauf hat Jesus Christus bezahlt, aber nicht mit Gold und Silber, sondern mit seinem eigenen Blut am Kreuz von Golgatha. Dadurch löste er die Fesseln, durch die wir an die Sünde und den Tod gekettet waren. Jedem Menschen, der das im Glauben annimmt, gilt der Zuspruch Jesu: Jetzt bist du frei. Jetzt kann du für mich leben und mir dienen.

Nun, da wir frei sind und dem Vater im Himmel gehören, sollen wir nicht wieder in die Hände fremder Herren geraten, ob sie nun Habgier, Sucht, Angst oder Sünde heißen. Jesus wurde nie von seinem Eigenwillen geleitet, nie knechtete ihn der Menschen Wille. Er war ganz an seinen Vater gebunden.

Als Christ gehöre ich Christus, und niemand außer ihm sollte das Sagen über mich haben. Auch nicht ich selbst. Ich versuche oft, allen Erwartungen und Ansprüchen gerecht zu werden. Dabei sind meine eigenen oft diejenigen, die mich am meisten unter Druck setzen. Ich verbiege mich oft, um niemanden zu enttäuschen. Ich glaube, ich knechte mich oft selbst. Und so habe ich in der Beschäftigung mit diesem Bibelvers einmal wieder gemerkt, es gibt noch viel zu erkennen und zu lernen. Der Herr ist noch nicht fertig mit mir. Es gibt noch einiges zu tun, damit meine Hingabe und mein Vertrauen zu IHM täglich zunehmen und die Hingabe an Dinge oder Menschen abnimmt.

Aber gewiss ist schon jetzt: Christus hat mich mit seinem Opfer am Kreuz frei gemacht und für ein ewig sinnvolles Leben mit Gott dem Vater, Gott dem Sohn und Gott dem Heiligen Geist erkauft. Dafür bin ich IHM ewig dankbar und bete IHN an.

Britta Kaiser