Freundliche Worte sind wie Honig, süß für den Gaumen und gesund für den ganzen Körper. Sprüche 16,24

Was doch freundliche Worte bewirken können! Wer empfängt nicht gerne ein freundliches Wort? Wem tut ein freundliches Lächeln nicht in der tiefsten Seele gut? Mit einem kleinen Aufwand kann viel Positives, Förderung des Lebens und Freude bewirkt werden. Freundliche Worte können wirklich ein Segen sein.

Worte können aber auch das Gegenteil von Segen sein. Sie können verletzen, beleidigen, zornig machen. Um solche Worte soll es nicht gehen. Wir widmen uns den freundlichen, auf erbauenden Worten, im Sinn von Sprüche 12, 18: Die Zunge (Worte) der Weisen bringt Heilung (sind Heilmittel).
Worte sind mehr als Schall und Rauch. Auch wenn ein Wort verhallt ist, wirkt es weiter. So weist Jesus in Matthäus 12, 36+37 auf die Verantwortung hin, die wir mit unseren Worten tragen und welche Konsequenzen sie für uns haben:
36 Ich sage euch aber, dass die Menschen von jedem unnützen Wort, das sie reden werden, Rechenschaft geben müssen am Tag des Gerichts;
37 denn aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden.
So können also Worte positive oder negative Weichen stellen, für den Sprecher und für den Hörer.
Darum tun freundliche Worte sowohl dem Sprechenden wie auch dem Hörenden an Seele und Leib gut.
Achten wir auch darauf, wie Worte im Alltag unterschiedlich wirken können: Beim Frühstück: “Gib mir das Brot!“ oder: „Könntest du mir bitte das Brot geben?“ Nuancen machen den Unterschied zwischen unfreundlich und freundlich aus. Es ist also nicht nur das Wort, sondern es ist auch der Ton, auf den es ankommt.

Freundlichkeit setzt voraus, dass der Mitmensch geachtet und respektiert wird. Wer freundlich ist, hat eine gute Meinung vom Mitmenschen, ist ihm gut gesinnt. Freundlichkeit hängt stark mit der inneren Haltung zusammen. Was denke ich über meine Mitmenschen? Wie sehe ich mich im Verhältnis zu ihnen? Lebe ich mit dem Grundgefühl, dass es die Menschen meist gut mit mir meinen? Und dass ich es darum ebenfalls gut mit ihnen meine? Oder bin ich eher misstrauisch und erwarte Schlechtes?
Im Brief an die Galater 5, 22, erwähnt Paulus, dass es der Heilige Geist ist, der die Freundlichkeit im Menschen wachsen lässt: Der Geist Gottes lässt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit.
So kann die Aussage von Paulus in Philliper. 4,5: Lasst eure Freundlichkeit allen Menschen kund werden, praktisch in unseren Alltag hinein getragen werden.

Worte können also ein Segen sein. Sie bauen auf, motivieren, machen zuversichtlich. Und sie machen den Angesprochenen freundlich. Denn wer freundlich behandelt wird, dem fällt es auch meistens leichter, freundlich zu reagieren. Wenn wir unfreundlich behandelt werden, kostet es mehr, freundlich zu bleiben. Doch lohnt es sich. Das haben wir alle schon erfahren. Eigentlich braucht es zur Freundlichkeit, auch zu einem Lächeln, so wenig. Doch die Wirkung ist enorm. Es ist fast unmöglich, unfreundlich in ein freundliches Gesicht zu schauen.

Als Christen dürfen wir uns vorstellen, dass Gott uns immer freundlich anschaut, weil er uns gut gesinnt ist. Dann fällt es uns leichter, freundlich zu unseren Mitmenschen zu sein.

Gabriele Kramp