JESUS CHRISTUS spricht: Wachet!  Markus 13,37

In unserem Kindergottesdienst haben wir einmal ein schönes Spiel gespielt. Ein Kind saß auf dem Boden und vor ihm lag ein Schokoriegel, den es zu bewachen galt, während ein anderes Kind versuchte, sich lautlos anzuschleichen, um diesen zu stehlen. Die Sache war nur die, dass das Kind, das den Schokoriegel zu bewachen hatte, verbundene Augen hatte. Es konnte also nichts sehen. Zusätzlich wusste das Kind nicht genau, wann der Dieb kommen würde. Schwieriger wurde es dann, als wir mit dem Kindergottesdienst weiter gemacht haben und das Kind dadurch zusätzlich noch abgelenkt war. Aber die Kinder haben ganz schön "ihre Ohren gespitzt", damit ihnen auch ja nicht ihr Riegel abhandenkam.

Wir wachen ja eigentlich über Dinge, die uns wichtig sind. Natürlich auch über unser eigenes Leben. So gibt es viele Menschen, die sich und ihr Haus z.B. durch eine Alarmanlage sichern lassen.

Um diesen kurzen und eindrucksvollen Aufruf von Jesus zu verstehen, muss man den Kontext dazu lesen. Die Jünger Jesu stellen Jesus, nachdem er ihnen die Zerstörung des Tempels vorhergesagt hat, drei Fragen:

  1. Wann wird das geschehen?
  2. Welches wird das Zeichen sein?
  3. Wann soll dies alles vollendet werden?

Jesus antwortet auf die erste Frage, dass unruhige Zeiten kommen werden, Verführungen und Nöte, denen man ausgeliefert sein wird.

Zu der zweiten Frage spricht er über eine große Trübsal, die kommen wird, von falschen Propheten. Wie wichtig ist es doch, Gottes Wort, die Bibel, zu kennen, um zu wissen, was die Wahrheit ist und was nicht. So gibt es schon jetzt so viele unterschiedliche geistliche Strömungen, wo wir aufgefordert sind, sie anhand von Gottes Wort zu prüfen.

Zu Frage drei sagt Jesus, dass alles vollendet sein wird mit dem Kommen des Menschensohnes, also der Wiederkunft Jesu Christi.

Das sind sehr ernste Worte von Jesus, die doch in der wunderbaren Wiederkunft Christi enden werden. Jesus beendet hier aber nicht seine Ansprache. Er gibt uns jetzt den Rat zu wachen, wie über ein Haus, wo der Hausherr verreiste und sein Haus verließ und seinen Knechten Vollmacht zur Verwaltung seines Besitzes gab, einem jedem sein Werk, und dem Torhüter befahl, dass er wachen soll (Markus 13,34). Jesus beendet seine Ansprache eben mit dieser Aufforderung: Wachet!

Jesus spricht hier von sich und der Gemeinde. So sind wir dazu aufgefordert, in unserer Gemeinde nüchtern unserer Berufung zu folgen, wie die Knechte. Und so wie die Torhüter damals an den Toren standen und aufpassten, dass nichts Unreines in den Tempel kam, so sind auch wir aufgefordert, aufzupassen, dass nichts Unreines, z.B. geistliche Strömungen, in unsere Gemeinde kommt. Beruht alles, also wirklich alles, auf Gottes Wort? Gott mag auch keine kleinen Abweichungen, weil sein Wort auf ewig Bestand haben wird: in seiner Ganzheit.

Wie die Kinder mit allen ihren Sinnen den Schokoriegel bewachten, fordert uns Jesus auch genau dazu auf. Trotz Alltag und anderer diverser Ablenkungen, die ja in dieser Welt noch eher zunehmen als abnehmen, sollen wir wachsam sein.

M. Ajvazi